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In der Biotonne ist noch Luft

06.01.2015 10:00
Biotonne Burscheid

Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit auf die Umweltbelastungen lenken, die sich aus der Einführung der Biotonne ergeben aber von der Politik bisher nicht wahrgenommen werden.

100.000 to/a zusätzliche CO2-Emissionen

Schon der Vergleich der beiden Verwertungsmethoden für Bioabfälle ist ambivalent. Die Vergärung und Kompostierung der Bioabfälle vermindert zwar den Abbau von Torf und Phosphaten. Verglichen mit der Verwertung als Restmüll in einem Müllheizkraftwerk bedeutet es aber einen deutlichen Verzicht auf Energieerzeugung und hat eine erhebliche Grundwasserbelastung durch die Ausbringung der stark stickstoffhaltigen Gülle zur Folge.

Diese Betrachtung ist aber unvollständig, weil sie die Umweltbelastungen ausblendet, die durch den für die getrennte Erfassung notwendigen zusätzlichen LKW-Verkehr entstehen. Für die Stadt Burscheid (18.500 EW) haben wir für das getrennte Sammeln und Transportieren einen Ausstoß von zusätzlichen 29 to/a CO2 und einen Verbrauch von zusätzlichen 44 to/a Erdöl ermittelt. Hochgerechnet auf die Bundesrepublik entstehen geschätzte zusätzliche 100.000 to/a CO2-Emissionen.

Manche Ideologen und Juristen deuten die unserer Meinung nach klare und vernünftige Zielsetzung des KrWG um und sehen die Wiederverwertung von Abfall als ausschließ-liches Ziel, ohne die Gesamtauswirkungen im Auge zu behalten. Und dies angesichts der verzweifelten Forderungen von UNO und EU nach weniger CO2-Emissionen, damit die Erderwärmung eingedämmt wird!

Foto: © runzelkorn - Fotolia.com

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